Sizilien – eine Reise durch vergangene Kulturen

Sizilien, nur wenige Kilometer von Kalabrien durch die Straße von Messina getrennt, ist die größte Insel des Mittelmeers. Auf Sizilien und den umliegenden kleineren Inseln leben knapp fünf Millionen Menschen. Die Insel verfügt über zwei größere Flughäfen in Catania und Palermo. Sizilien ist wenig industrialisiert und zählt zu den wirtschaftlich unterentwickelten Gebieten Europas. Das Bruttosozialprodukt Siziliens ist nicht einmal halb so groß wie das der norditalienischen Lombardei. Mit Sizilien assoziiert man Mord und Mafia. Palermo gilt zwar nach wie vor als Mafia-Machtzentrum, als Tourist bekommt man von den Aktivitäten der „ehrenwerten Gesellschaft“ allerdings nichts mit und ist genauso sicher, wie in anderen italienischen Großstädten auch.

Insel der Kontraste

Dass Sizilien weitaus mehr als die gängigen Klischees zu bieten hat, wird dem interessierten Besucher schnell klar. Die Insel besticht durch ihre Kontraste: Blühende Zitronen- und Orangenplantagen am Meer, im Inneren des Eilands erheben sich kahle und sonnenverbrannte Berglandschaften. Idyllische Bergdörfer abseits der Touristenströme findet man ebenso wie pulsierende Metropolen oder einsame Badestrände. Mit 3.336 Meter Höhe stellt der Ätna die höchste Erhebung Siziliens dar. Der „Mongibello“ (schöner Berg), wie ihn die Sizilianer nennen, ist der größte noch aktive Vulkan Europas und hat dem Land nicht nur Lava und Asche beschert, sondern auch reichlich guten Ackerboden.

Kulturelle Schätze

Kulturhistorisch lohnt sich ein Besuch auf Sizilien allemal. Auf der ganzen Insel findet man verfallene Amphitheater, griechische Tempel, normannische Kathedralen oder italienischen Barock, wie zum Beispiel im Südosten Siziliens in den Städten Modica, Ragusa oder Sicili.

Ein Highlight ist unzweifelhaft das „Valle dei Templi“ (Tal der Tempel) in Agrigent. Auf einem mehr als 300 Metern über dem Meeresspiegel liegenden Plateau reiht sich Tempelruine an Tempelruine. Nach Sonnenuntergang beleuchten Scheinwerfer alle Tempel und lassen diese wie überdimensionale Goldschmiedearbeiten erscheinen – ein unvergesslicher Anblick.

Nordöstlich von Sizilien liegen die vorgelagerten Liparischen Inseln, die vulkanischen Ursprung sind. Der gleichnamige auf der Insel Stromboli gelegene Krater ist bis heute noch aktiv und ebenfalls beliebtes Reiseziel.

Reisezeit:

Sizilien ist bekannt für sein mediterranes Klima. Im Juli und August haben die Italiener Urlaub, daher ist die Insel in dieser Zeit von Touristen übervölkert.
Sowohl Preise als auch Temperaturen sind im Mai/Juni bzw. September moderater.

Unterkunft:

Sizilien bietet die ganze Bandbreite der Unterkunftsmöglichkeiten – je nach Geldbeutel und persönlicher Vorliebe.

Kulinarisches:

Kräftig und bodenständig ist die Küche Siziliens, geprägt von regionalen Produkten. Teigwaren in Sardellensauce findet man als Spezialität in Palermo, Messina ist für seine Zubereitungen von Stockfisch berühmt, Trapani für Thunfischgerichte.
Auf der ganzen Insel verbreitet ist „Caponata“, eine Vorspeise aus gebratenen Auberginenstücken in einer reichhaltigen Gemüsesauce. Ansonsten gibt es überall fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte in den klassischen italienischen Zubereitungsarten. Sehr lecker!