Reiseführer Guadeloupe - Basse-Terre - Insel über dem Wind

Unsere Highlights für Guadeloupe

Foto: Der Wasserfall "Cascade aux Ecrevisses" im Regenwald von Basse Terre auf Guadeloupe
Die "Cascade aux Ecrevisses" im Regenwald

Jetzt mal ganz ehrlich... wir empfehlen schon dass ein oder andere mal eine Karibik Insel mit dem Kreuzfahrtschiff zu entdecken, aber für Guadeloupe ist dies echt zu schade. Hier unbeding eine längere Rundreise machen und Guadeloupe und die ein oder andere zugehörige Insel wie z.B. die wunderschöne Marie Galante oder Les Saintes entdecken. Wenn ihr dann schon mal da seid, dann aber unbedingt auch den aktiven Vulkan Soufriere besteigen - ein absolutes muß, auch wenn man bei der Besteigung das ein oder andere mal denkt man wäre eine Bergziege!

Nun aber zur Insel selbst, die aus der Vogelperspektive wie ein Schmetterling aussieht. Unterteilt ist Guadeloupe in Basse-Terre und Grande-Terre.
Basse-Terre ist wie viele karibische Inseln vulkanischen Ursprungs und sehr bergig. Der höchster Punkt ist der aktive Vulkan Soufrière mit 1467m. Hier regnet es durchschnittlich 990 cm pro Jahr. In den Bergen von Basse-Terre ist es etwas kühler und regnerischer als in dem flacheren Grande-Terre, das relativ trocken ist und hauptsächlich aus Kalkstein besteht und die schönsten Strände der Insel hat.

Wetter, Klimadaten & beste Reisezeit für Guadeloupe:

Das Klima ist von subtropischen Temperaturen durch Passatwinde und von moderater Feuchtigkeit gekennzeichnet. Wie auf allen Inseln der östlichen Karibik regnet es auch auf Guadeloupe regelmäßig. Während der Regenzeit von Juli bis November ist auch Hurrikan Saison.

Guadeloupe eignet sich aber ganzjährig als Reiseziel. Von Dezember bis Februar sind die Abende angenehm mild, tagsüber bewegen sich die Temperaturen zwischen 19 - 28 ° C. Die trockensten Monate liegen zwischen Februar und April. Die meisten kulturellen Veranstaltungen finden im Frühjahr und Sommer statt.

Karte/Map von Guadeloupe

Ein- und Ausreisebestimmungen, Impfungen und sonstiges für Guadeloupe

Es gelten die für Frankreich gültigen Einreisebestimmungen. Der Reisepass muss sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein. 

Staatsbürger der EU (mit den Ausnahmen Rumänien und Bulgarien) und der Schweiz benötigen für einen Aufenthalt auf Guadeloupe von max. 3 Monaten kein Visum. Dies gilt für Touristen als auch für Geschäftsreisende.

Für die Einreise wird bis auf die Grundsätzlich empfohlene Impfung keine weitere benötigt.

Guadeloupe ist ein französisches Departement und daher ist die ärztliche Versorgung ausgezeichnet. Es gibt kaum ansteckende oder parasitäre Erkrankungen wie in anderen Tropengebieten und auch keine giftigen oder gefährlichen Tiere. 

Trotzdem einig paar Tipps

  • In der jüngsten Vergangenheit sind seltene Fälle von Dengue Fieber vorgekommen. Gerade in der Regenzeit gut gegen Stechmücken schützen!
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sowie Kleidung, die vor der Sonne schützt ist unbedingt erforderlich!
  • Achtung vor dem Manchionilbaum (ähnelt einem Apfelbaum). Das Berühren seiner Blätter und das Essen seiner Früchte ist gefährlich, der Saft verursacht Verätzungen. In Kontinentalguadeloupe wurden fast alle diese Bäume gerodet, aber auf den Saintes und auf Saint-Barthélémy gibt es noch viele davon, jedoch fast immer durch eine Warntafel gekennzeichnet.
  • Einige Fischarten können Giftstoffe enthalten (vor allem auf den nördlichen Inseln), die eine schwere Nahrungsmittelvergiftung hervorrufen. Keine selbst gefangenen Fische verzehren!
  • Der schwarze Seeigel, mit seinen äußerst langen und gefährlichen Stacheln ist giftig.
  • Achtung vor dem Scolopendre (ein Tausendfüßler mit Panzer), sein Stich ist schmerzhaft.

Verkehr und Anreise Guadeloupe

Air France fliegt von Paris nach Guadeloupe. Es gibt von fast jedem Flughafen in Deutschland aus Anschlußflüge. Übrigens: es lohnt sich von Frankreich aus zu fliegen, da es sich hierbei um "Inlandsflüge" handelt die oft sehr günstig sind!

Der Internationale Flughafen Aérogare Guadeloupe Pole Caraibes liegt etwa 10 km von Pointe- à- Pitre entfernt und verfügt über alle üblichen Einrichtungen. Ein großer Mietwagencounter und diverse Duty-free- Shops sind ebenfalls vorhanden. 

Die Zollbestimmungen in Guadeloupe entsprechen denen, wie bei der Einreise aus einem Nicht-EU-Land in die EU. Beim Rückflug von Guadeloupe gilt dasselbe. 

Die Nachbarinseln La Désirade, Marie-Galante, Les Saintes, Saint Barthélémy und Saint Martin werden mindestens zweimal täglich von Air Guadeloupe angeflogen.
Es gibt jedoch auch noch andere Veranstalter, die Flüge zu den Nachbarstaaten und den kleinen französischen Inseln anbieten. Nicht empfehlen können wir jedoch Air Antilles! Wir warten seit 2014 vergeblich auf unser Geld für den stornierten Flug!

Des weiteren gibt es zahlreiche Fährverbindungen von und nach Guadeloupe. www.express-des-iles.com und www.jeansforfreedom.com operieren zwischen Le Saintes, Marie Galante, Antigua, St Lucia und Dominika. Teilweise cooperieren die Gesellschafte miteinander.

Die Busse auf Guadeloupe sind modern und verkehren tagsüber regelmäßig.  Zentraler Knotenpunkt ist Pointe- à- Pitre mit seinen drei Überland- Busbahnhöfen La Darse am Quai Gatine für Fahrten nach Grand- Terre an die Südküste, nach Mortenol an der Nordküste und Bergevin nach Basse-Terre. 

Das ca. 2.000 km lange Straßennetz der Insel ist gut ausgebaut. Die Verkehrsregeln entsprechen den europäischen, auch wenn die meisten Fahrer ihr karibisches Temperament nicht verbergen können.

Notfälle:
Polizei: 17 oder 821 317
See- Notdienst: 829 108
Ambulanz (SAMU): 891 120

Lage der Karibik Insel Guadeloupe

Foto: Herrlicher Sandstrand auf Grande Terre - Guadeloupe - Karibik
Herrlicher Sandstrand auf Grande Terre

Guadeloupe besteht aus insgesamt acht bewohnten Inseln.

Die Hauptinsel ist in Basse-Terre und Grande-Terre unterteil. Sie werden durch einen schmalen, an der engsten Stelle 50m breiten Meeresarm von einander getrennt und sehen so aus wie ein Schmetterling. Aus diesem Grund wird Guadeloupe auch oft die Schmetterlingsinsel genannt. In der Nähe der Hauptinsel liegen die bewohnten Inseln Marie-Galante, Îles des Saintes und La Désirade und die kleine unbewohnte Îles de la Petite Terre.

Guadeloupe gehört zu Frankreich und ist somit auch Teil der Europäischen Union. Mit Martinique, Saint-Barthélemy und Saint-Martin bildet Guadeloupe die Französischen Antillen.

Südlich von Guadeloupe liegt die Insel Dominica, nordwestlich Montserrat und nordöstlich die Insel Antigua.

Geschichte von Guadeloupe

  • Die ältesten archäologischen Zeugnisse menschlichen Lebens stammen aus der Zeit von 3500 bis 3000 v. Chr. Zu Beginn der Zeitrechnung besiedelten die Saladoiden (oder auch Arawak genannt) die Antillen.
  • Am 4. November 1493 erreichte Kolumbus als erster Europäer die Insel. Er nannte sie Guadalupe nach dem spanischen Wallfahrtsort Nuestra Senora de Guadalupe. Er hatte den Mönchen dort versprochen, eine Insel so zu benennen.
  • 1635 gelang es den Franzosen, Guadeloupe zu kolonisieren. Seitdem gehört es mit kurzen Ausnahmen zu Frankreich.
  • 1674 fiel die Kolonie ganz an Frankreich.
  • Im Februar 1759, während des siebenjährigen Krieges, drangen auf Guadeloupe britische Einheiten ein und nahmen die Insel vom 23. April 1759 bis 10. Februar 1763 in ihren Besitz.
  • 1789 wurde im Zuge der französischen Revolution die Sklaverei in den französischen Kolonien und damit auch in Guadeloupe aufgehoben.
  • Am 20. Mai 1802 führte Napoléon die Sklaverei wieder ein. Zwei schwarze Truppenführer, Delgres und Ignace, stellten sich mit ihren Soldaten Napoléons Truppen entgegen. Sie ließen ihr Leben im Kampf um die Freiheit. Die Überlebenden wurden gehängt, darunter eine Frau mit Namen Solitude, die bei ihrer Gefangennahme hochschwanger war. Die Geburt des Babys wurde abgewartet, dann wurde auch sie hingerichtet.
  • In den napoléonischen Kriegen eroberte Großbritannien Guadeloupe am 4. Februar 1810 erneut und trat es am 3. März 1813 an König Karl XIII. von Schweden ab. Im "Frieden von Paris" gab Schweden die Insel 1814 gegen eine Zahlung von 24 Millionen Franc wieder an Frankreich zurück.
  • Die Sklaverei wurde zunehmend instabil. Mehr und mehr Sklaven flüchteten sich in die Wälder, es gab häufig Aufstände. Inzwischen traten auch Menschenrechtler auf den Plan. Nach der Revolution von 1848 wurde die Sklaverei durch das Décret d'abolition de l'esclavage vom 27. April 1848 in allen französischen Besitzungen endgültig abgeschafft.
  • Ende des 19. Jahrhunderts räumte Frankreich der schwarzen Bevölkerung das Wahlrecht ein.
  • Am 19. März 1946 wurde Guadeloupe zum Überseedépartement Frankreichs. Seitdem ist es keine Kolonie mehr, sondern es wird auf allen Gebieten als integraler Bestandteil des Mutterlandes und seine Einwohner vom Staat als Franzosen betrachtet.