Reiseführer Haiti (Port au Prince) Inselstaat der großen Antillen
Lage:
Haiti ist ein Inselstaat und gehört zu den Großen Antillen.
Haiti (westlicher Teil) und die Dominikanische Republick (östlicher Teil) bilden die Insel Hispaniola.
Die heutigen etwa 8,5 Mio. Einwohner Haitis, sind größtenteils
afrikanischer Abstammung. Die Hauptstadt des Landes ist Port-au-Prince.
Das zeichnet Haiti aus:
Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und gehört zur Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder.
Die Sicherheitslage in Haiti hat sich angesichts deutlicher Fortschritte bei der Bekämpfung der Bandenkriminalität verbessert, die Gewaltkriminalität in der Hauptstadt Port-au-Prince ist nicht höher als in anderen Metropolen dieser Welt. Jedoch gab es durch die Erdbebenkatastrophe wieder erhebliche Rückschläge.
Haiti ist touristisch nur wenig erschlossen und durch fortgeschrittene Umweltzerstörung erheblich gekennzeichnet. Das Land leidet an den Folgen des schweren Erdbebens, schwerer Überschwemmungen, Überbevölkerung, Verelendung breiter Volksschichten, verbreiteten Krankheiten, sowie allgmein schlechten hygienischen Verhältnissen.
Die gesamte Infrastruktur des Landes, wie Gesundheitssystem, Straßennetz, Telefonverbindungen, Wasser- und Energieversorgung etc., funktionieren nur eingeschränkt und sind sanierungsbedürftig. Entsprechende Programme greifen mit internationaler Unterstützung fast überall im Land.
Hinweise zur Reisewarnung findet man auch auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.
Dort wird auch dringend darauf hingewiesen: Sollte man sich auf eigene Faust im Land bewegen, sollten Reiseroute und Dauer unbedingt im Hotel oder bei der Botschaft hinterlegt werden!
Sollte das Hotel oder das Auto verlassen werden, unbedingt für eine sichere Verwahrung der Wertsachen sorgen! Nur soviel Bargeld als nötig, bei sich tragen. Und es wird ausdrücklich empfohlen Kopien der Reisepapiere (Pass, Tickets, Einreiseformular etc.) zu machen und die Originale an einem sicheren Ort aufzubewahren. Das Mitführen der Kopien reicht meistens aus.
Grundkenntnisse in Französisch, zur Not auch Englisch, sollten vorhanden sein.
Vorherrschendes Zahlungsmittel ist Bargeld, das überwiegend gegen US-Dollar in bar bei Banken, privaten Wechselstuben, Supermärkten und in kleineren Mengen auch auf offener Straße (Vorsicht!!!) getauscht wird.
Kreditkarten wie Visa, Mastercard, American Express werden in Hotels und Supermärkten akzeptiert.
Die Geschichte von Haiti:
Haiti ist das einzige Land des Amerikanischen Kontinents, das zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt zählt.
Zur schwachen Wirtschaft kommt eine instabile politische Lage mit zahlreichen Unruhen. Aus diesem Grund sind im letzten Jahrzehnt über drei Millionen Haitianer ausgewandert.
Die Insel Hispaniola, die sich die Dominikanische Republik und Tahiti teilen, wurde im Jahr 1492 durch Christoph Kolumbus entdeckt.
In den folgenden Jahrzehnten wurde die Urbevölkerung, die Arawaks, fast vollständig ausgerottet.
Im späten 17. Jahrhundert wurde die Insel durch afrikanische Sklaven wiederbevölkert, die auf den Zuckerplantagen eingesetzt wurden.
Haiti wechselte immer wieder den Besitzer: Spanien, Frankreich, England, Kanada, USA.
Blutige Unruhen, Gewaltherrschaften und Putsche beutelten das Land.
Heute ist Haiti eine Republik.
Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht, das viele tausend Menschenleben gefordert hat und Millionen Menschen in die Obdachlosigkeit trieb. Die gesamte Infrastruktur des Landes brach zusammen. Die Ausmaße sind schlimmer als der furchtbare Zunami nach dem schweren Seebeben im indischen Ozean 2004.
Die Menschen auf Haiti sind im Moment auf unsere Hilfe angewiesen!
Wenn ihr helfen wollt, spendet an eine der vielen Hilfsorganisationen:
Wetter und Klimadaten Haiti:
Das Klima auf Haiti ist subtropisch, wobei die Luftfeuchtigkeit gut zu vertragen ist.
Die Tagestemperaturen liegen zwischen 25-37°C, nachts bei 15-24°C.
Das ganze Jahr über ist es angenehm warm. Höchsttemperaturen zwischen Juni und Oktober.
Es gibt zwei Regenzeiten: April bis Juni und September bis November.
In Haiti ist von Juni bis November Hurrikan-Saison. Entgegen dem Jahr 2008 (mit vier tropischen Wirbelstürmen über Haiti) blieben diese im Jahr 2009 völlig aus. Trotzdem sollten Reisende die regionalen Wettervorhersagen verfolgen und die Hinweise der lokalen Sicherheitsbehörden unbedingt beachten.
Einreisebestimmungen und empfohlene Impfungen - sonstiges:
Für die Einreise ist ein Reisepass erforderlich, der noch mindestens sechs Monate nach dem Aufenthalt gültig ist. Deutsche Staatsangehörige können für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten, ohne Visum nach Haiti einreisen. Bei Ankunft muss jedoch ein Einreiseformular ausgefüllt und bei Ausreise wieder vorgelegt werden. Ein Flugticket für die Weiter- bzw. Rückreise muss vorliegen.
Bei der Ausreise ist eine Steuer von ca. 30 US-Dollar fällig, die nicht in Gourdes bezahlt werden kann.
Achtung: Die Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern!!
Impfschutz:
Folgender Impfschutz wird empfohlen:
Gelbfieber, wenn die Einreise aus einem Gelbfiebergebiet erfolgt. Bei einer Anreise aus Deutschland ist dies nicht nötig. Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus.
Malaria: Ein ganzjähriges Risiko von Mai bis November herdförmig verstärkt, ist Malaria tropica. Ein mittleres Risiko besteht in tiefer gelegenen ländlichen Gebieten und Waldgebieten einschließlich der Küstenregion, ein geringes Risiko in den anderen Landesteilen, außerhalb der Regenzeiten und in den Stadtgebieten.
Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich! Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen.
Beim Auftreten von Fieber ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet unbedingt notwendig!
Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken, wird allen Reisenden unbedingt eine ganzkörperbedeckende, helle Kleidung empfohlen; sowie unter einem Moskitonetz zu schlafen.
Durchfallerkrankungen und Cholera:
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene, lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden.
Hinweis: Nie Leitungswasser trinken! Zum Zähneputzen nur Trinkwasser (Flaschenwasser) benutzen.
Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Unbedingt Fliegen von der Verpflegung fern halten.
So oft als möglich die Hände waschen und Desinfizieren.

