Das Land der Krachten und Klompen

Foto der Erasmus Brücke in Rotterdam
Erasmus Brücke in Rotterdam

sowie der Tulpen, Käse, Fahrräder, Windmühlen und des Käse.

Lage: Die Niederlande ist eine parlamentarische Monarchie und Teil des Königreichs der Niederlande. Hauptstadt ist Amsterdam, der Regierungssitz liegt in Den Haag.
Die Niederlande grenzt im Norden und Westen an die Nordsee, im Süden an Belgien und im Osten an Deutschland.


Umgangssprachlich wird die Niederlande gerne als Holland bezeichnet, was genau genommen falsch ist.
Der Name Holland bezieht sich nämlich nur auf den nordwestlichen Teil des Landes, auf die frühere Provinz Holland. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist diese Provinz in zwei Provinzen aufgeteilt. In Nordholland (Hauptstadt Haarlem) und Südholland (Hauptstadt Den Haag). Im Niederländischen verwendet man den Namen Holland in erster Linie für diese zwei Provinzen. Ansonsten ist Holland eher eine ironische Selbstbezeichnung, wie z.B. im Fußball der Schlachtenruf: Hup Holland Hup!
Außerhalb der Niederlande werden die Niederländer meist „Holländer“ genannt. Und auch die niederländische Tourismusindustrie und sonstige Wirtschaft vermarkten das Land durchweg als Holland. Niederländer, die nicht aus der Region Holland stammen, hegen meist eine gewisse Abneigung gegenüber der Bezeichnung Holland für die Niederlande und Holländer für den Niederländer.


Der höchste Punkt der Niederlande (Festland) ist der Vaalserberg im Dreiländereck zu Deutschland und Belgien, er befindet sich 322,50 m über dem Amsterdamer Pegel. Etwa die hälfte des Landes liegt einen Meter über dem Meeresspiegel, etwa ein viertel liegt unterhalb. Die flachen Gebiete werden meist durch Deiche geschützt.
In den Niederlanden gibt es keine Mountainbikes oder Fahrräder mit Gangschaltung, wozu auch, es gibt keine Berge.

Teile der Niederlande, wie z.B. fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Sandaufschüttungen vom Meer abgewonnen. Diese Landgewinnung wird als Polder (seltener auch als Koog) bezeichnet.

Etwa ein Fünftel der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon das IJsselmeer den größten Teil ausmacht.

Das zeichnet die Niederlande aus:

Foto eines Sonnenuntergang in Ameland
Sonnenuntergang in Ameland

Nordholland ist vorallem berühmt für seine Tulpenfelder. Daher ist für diese Region die schönste Reisezeit im Frühjahr (April bis Juni). Ein Wochenendurlaub in Niederlande ist durch die günstigen Flüge bei rechtzeitiger Buchung sehr interessant.
Der Bundesstraße entlang von Alkmaar bis Den Helder liegen die schönsten und weitesten Felder. Nach Farben sortiert angepflanzt gibt sich bei der Vorbeifahrt ein wunderschönes Bild mit Farbübergängen. Leider wird die Sicht manchmal von den langezogenen Gewächshäusern der holländischen Tomaten getrübt.
Das kleine Städtchen Alkmaar ist berühmt für seinen Käsemarkt. Seit 1365 werden dort immer Freitag Vormittags von Mai bis September auf dem Marktplatz (Waagplein) von weißgewandeten Trägern, wagenradgroße gelbe Käseleiber auf bunten hölzernen Gestellen zur Waage geschleppt. Dieses Spektakel ist wirklich sehenswert. Natürlich darf man den Käse dann auch probieren.
In Alkmar ebenfalls sehenswert, dass Käsemuseum (bitte vorher über Öffnungszeiten informieren, da nicht ganzjährig geöffnet!).

Tipp für den Niederlandeurlauber:
- Mittagessen gehen in ein Pannekoeken (Pfannkuchen) Restaurant
- zu einem niederländischen Frühstück gehört Hagelslag (=Schokostreußel) auf das Frückstücksbrot.
- Auto stehen lassen und so viel als möglich mit dem Fahrrad erkunden. Fahrräder gibt es kostengünstig in jeder Kleinstadt zu leihen
- Autofahrt nach Amsterdam: das Auto nur an einem bewachten Parkplatz abstellen.
  Besser: z.B. nach Alkmaar fahren und von dort mit dem Zug (45min. fahrt) nach Amsterdam fahren. Der Bahnhof Amsterdam liegt direkt in der Innenstadt.
- in Den Haag an den Strand / Strandpromenade (Scheveningen)


Zeeland: Unterhalb von Rotterdam liegen die Oosterschelde und Westerschelde, zwei Wasserzungen, die weit ins Landesinnere ragen.

Die schlimme Flutkatastrophe (Hollandsturmflut) von 1953 gilt als die schwerste Nordsee-Sturmflut des 20. Jahrhunderts. Sie ereignete sich in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1953 und betraf große Teile der niederländischen Küste. Durch das gleichzeitige Auftreten einer ausgeprägten Springflut und eines schweren Sturms stieg die Nordsee an. Bei Hoek van Holland wurde ein Stand von 3,85 Metern über NAP gemessen, wobei dort der normale Tidenhub bei 80 Zentimetern lag. Trotz groß angelegter Rettungsaktionen kostete die Flut 1.835 Personen das Leben. Der größte Teil davon in der Provinz Zeeland.

Diese Katastrophe wurde in den Niederlanden zum Auslöser eines bis heute beispiellosen Hochwasserschutzprogramms. Die Delta-Werke in der Oosterschelde. Die zeeländische und südholländische Küste wurde durch die Anlage von hunderten Kilometern neuer Deiche befestigt. Die breiten und tiefen Mündungen von Maas und Schelde wurden mittels Schleusen und Wehren von der See abgeriegelt. Der Bau dieser gewaltigen Schutzbauten schuf eine komplett neue Infrastruktur.
Es ist beeindrukend, diese Delta-Werke (die Schleusen, sowie auch das Museum) zu besichtigen. Tipp: sich vorher informieren, wann die nächsten Probe Schließungen und Öffnungen der Schleusen statt finden, und dann natürlich eine Regenjacke mit Mütze mitnehmen!

Die Strände von den Halbinseln Schouwen-Duiveland und Walcheren eignen sich wunderbar zum Surfen und Segeln.
Sie sind Kilometer lang und breit und eignen sich auf hervorragend für lange Spaziergänge. Auch hier sollte man - außer im Hochsommer - eine Windjacke mit Mütze dabei haben.


Insel Texel, die "Insel der Lämmer".
Von Den Helder (Nordholland) gelangt man mit der Fähre, die ca. stündlich Fährt nach Texel (Fahrzeit ca. 20 min.). Auf der beliebten Ferieninsel gibt es in der Hauptsaison ca. 50 000 Einwohner. In der Nebensaison ca. 20 000. Die insgesamt ca. 28  km langen Sandstrände und Dünen eignen sich wunderbar für einen Strandurlaub und lange Strandspaziergänge.
Das Ferienzentrum sind die Orte De Cocksdorp und De Koog. Hier findet das Strand- und Nachtleben statt. In De Koog zu sehen: Aquarien mit Seehundbecken.
10km von De Koog entfernt liegt das berühmte Vogelschutzgebiet De Slufter.
Die "Insel der Lämmer" wird Texel gennant, weil im Frühjahr tausende neugeborene Lämmer zu sehen sind.


Insel Ameland, ist eine der fünf bewohnten westfriesischen Inseln in der Nordsee. Sie ist ein beliebtes Ferien-, Reise- und Ausflugsziel für Familien, Caravancamper, Schulklassen und Ferienfreizeiten.
Ameland ist 59,18 km² groß und hat ca. 3.500 Einwohner.
Die beliebtesten Ausflugsziele sind: der Leuchtturm, der lange Strand Richtung Nordsee sowie der Wasserspielplatz "in de Vleyen" in Nes. In unmittelbarer Nähe eröffnete im Juni 2009 das neu erbaute Natuurcentrum mit seinem Aussichtsturm. Bekannt auf Ameland sind die Robbenfahrten zu Robbenbänken. In Buren gibt es ein kleines modernes Schwimmbad mit Kinderbecken, Rutsche. Es gibt den Strandexpress, der eine Führung ins Naturschutzgebiet "De Hon" ermöglicht.
Erreichbarkeit: Die Überfahrt nach Ameland von Holwerd aus mit der Fähre. Fahrtdauer ca. 45 Minuten.

Rotterdam: "der größte Hafen der Welt", die zweitgrößte Stadt der Niederlande. Alleine mit dem Auto am Hafen vorbei zu fahren dauert ewig und ist beeindruckend. Tanker-Giganten, riesige Kontainer mit Kaffeeladungen und Öl-Pipelines aus dem Mittleren osten gehören zum alltäglichen Bild. Über 32 000 Ozeanschiffen laufen jährlich den Hafen an.
In Rotterdam wurde 1953 die erste Fußgängerzone ("Lijnbaan") Europas eröffnet.
Jeden Dienstag oder Samstag lohnt sich ein Besuch beim buten Kunst- und Antiquitätenmarkt am Mariniersweg.

Zwischen Rotterdam und Dortrecht liegt: Kinderdijk, das Windmühlenland. Nirgendwo anders stimmt dieses Klischee so sehr wie dort. 19 Stück, die größte Ansammlung von Poldermühlen findet man am Zusammenfluss von Noord und Lek. Im Juli und August drehen sich dort jeden Samstag ("Molendag") die Windmühlen. Um das Spektakel der mehr als 250 Jahre alten, einst als Pumpwerke verwendeten Mühlen zu erleben, reisen ganze Heerscharen ins komplett denkmalgeschütze Gebiet an. Zu finden: über die Autobahn A15, Ausfahrt Alblasserdam. Von April bis September ist eine der Windmühlen zur Besichtigung geöffnet.

Die Geschichte von Holland:

Foto das Hafens von Scheveninge in Holland
Hafen von Scheveningen

Die Geschichte der Niederlande beginnt eigentlich erst mit der Neuzeit. Zuvor waren die Gebiete des heutigen Staates Niederlande auf verschiedene Herrschaften aufgeteilt. Mit dem Aufstand von 1568 gegen die Habsburger und der Gründung der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande (1581 bis 1795) entwickelte sich der Grund der späteren Niederlande. 1815 vereinte der Wiener Kongress die nördliche und die südliche Niederlande. In diesem Jahr beginnt die Geschichte des heutigen niederländischen Staates. 1839 erkannten die Niederlande die Abtrennung des Südens an, der sich seit seiner Unabhängigkeitserklärung 1830 Belgien nennt.

Die Niederlande hatten ferner ein bedeutsames Kolonialreich, vor allem mit Niederländisch-Indien, welches 1949 unabhängig wurde. Durch diesen Verlust orientierte sich das Land außenpolitisch neu: Aus der neutralen Seemacht wurde ein Partner in der NATO.
1954 wurden die Kolonien Niederländische Antillen (in der Karibik) sowie Surinam (in Südamerika) mit der Verabschiedung des Statuts für das Königreich der Niederlande gleichberechtigte Partner der Niederlande.
1975 wurde Surinam zu einer eigenen, unabhängigen Republik. Seitdem die Insel Aruba aus den Antillen 1986 ausgegliedert wurde, besteht das Königreich aus den Niederlanden, den Niederländischen Antillen und Aruba.