Madeira - Ein Reiseführer & Reisebricht

Die Highlights von Madeira

Was wir lieben an Madeira

Wir lieben:

  • das Klima…hier gibt es eigentlich nur Frühling und sollte es im Sommer wirklich mal etwas wärmer werden, dann geht man einfach in die Berge.
  • die vielen Wandermöglichkeiten entlang der Levadas – und diese Wanderungen sind meist ohne größere Auf- und Abstiege. Es gibt aber auch tollen Wandermöglichkeiten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
  • die einzigartige Vulkanlandschaft mit riesigen Bergen von denen aus man eine sensationelle Weitsicht auf das Meer und die Täler hat.
  • die netten Menschen, die fast alle englisch sprechen und äußerst hilfsbereit sind.
  • das hervorragende und für deutsche Verhältnisse extrem preisgünstige Essen und Trinken (Beispiele und Empfehlungen findet Ihr im Text). Die Pflanzenwelt mit Ihren Lorbeerwäldern (siehe auch extra Punkt), die Botanischen Gärten, die Hortensienblüten und Farnbäume, den vielen endemischen Blumen, die hier noch in teils unberührter Natur wachsen.
  • die Wale und Delfine, die es hier noch gibt und die wir sogar außerhalb der eigentlichen Saison - von April bis Oktober – gesehen haben.

Reisezeit Madeira

Foto: Blick vom Pico Ruivo auf Madeira

Auf Madeira herrscht das ganze Jahr über frühlingshaftes Wetter.

Das Klima auf Madeira ist zwar subtropisch, allerdings gibt es durch die hohen Berge und Höhenunterschiede von bis zu 1900 Metern eine Wetterscheide zwischen dem Norden und Süden der Insel.

Ganz grundsätzlich gilt das Madeira Klima im Norden als etwas regenreicher, während der Süden eher trocken und subtropisch warm bleibt. In höheren Gebirgslagen kann es sehr kühl werden und es regnet häufiger. Auch zieht hier oft Nebel auf oder man befindet sich „in den Wolken“.

Wir waren über iSylvester in Madeira und das Klima erinnert uns an den europäischen Frühling, allerdings mit deutlich mehr Sonnentagen. Wir hatten im Dezember und Januar immer rund 20 Grad, auch nachts wird es nicht unter 14 Grad.

Im Sommer wird das Madeira Klima schön warm, mit etwa 26 Grad Lufttemperatur bei bis zu 8 Sonnenstunden aber nie unangenehm heiß. Ein Sprichwort sagt deshalb: Die beste Reisezeitfür Madeira ist immer dann, wenn man dort ist.

Madeira als Reiseziel

Der Tourismus boomt auf Madeira – es kommen über 1 Millionen Touristen pro Jahr auf die Insel. Wir haben die Insel Madeira als sehr friedlich erlebt. Die Menschen hier sind sehr hilfsbereit und wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt betonen sie auch häufig wie dankbar sie sind, dass wir hier als wirtschaftsfördernde Touristen sind. Die meisten Einheimischen leben hier direkt oder indirekt vom Tourismus. Was auch auffallend ist, dass Einheimische die Restaurants führen, es gibt nicht so viele Restaurantketten wie anderswo. Viele historische Gebäude und Denkmäler sind sehr gut erhalten, alles ist sauber und man ist auf dieser Insel sehr sicher. Auch die Einheimischen sprechen fast alle Englisch oder sogar teilweise Deutsch. Man kann sich hier sehr gut unterhalten und kommt auch ohne Portugiesisch über die Runden.

Geschichte Madeira

Foto: Nachbau der Santa Maria auf Madeira
Nachbau der Santa Maria in Funchal

1351 tauchte Madeira das erst mal unter der Bezeichnung Isola di Legno (Holzinsel) auf. 1419/1420 nehmen die zwei jungen Schiffskapitäne, João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira die kleine Insel, die sie Porto Santo nannten und Madeira in den Besitz von Portugal.
Prinz Heinrich der Seefahrer befahl die Besiedlung und um 1440 wurden die ersten Malvasier-Reben nach Madeira gebracht. Ab 1456 wird Madeira immer wichtiger und dank dem Zuckerexport auch immer reicher.
1960 wird der Flughafen von Porto Santo eröffnet und 1964 der von Madeira. 1976 wird Madeira autonome Region. Ab dem Jahr 2000 mit der Erweiterung des Flughafens werden die Schnellstraßen Netz auf Madeira ausgebaut. 2010 werden Teile der Südwestküste und insbesondere Funchals aufgrund starker Regenfälle verwüstet und auch um den Pico Arieiro werden durch Waldbrände Teile der Vegetation zerstört. Noch heute ist man mit der Aufforstung beschäftigt.

Geschichte der Stadt Funchal

Die Stadt wurde durch Joao Goncalves Zarco 1421 gegründet. Die Stadt wuchs, wurde 1497 zur Hauptstadt und ist seit dem 16.Jahrhundert auch Bischofssitz. Sie wurde in dieser Zeit auch ein wichtiger Handelsplatz für Schiffe, die auf ihrem Weg zu den Kolonien in Afrika in Funchal Halt machten. Funchal war eine reiche Stadt – klar sie war auch Umschlagplatz für Zucker und Wein. Im Jahre 1803 gab es ein großes Unglück,  Funchal wurde überschwemmt, 600 Menschen mussten ihr Leben lassen. Aber die Stadt wurde wieder Stück für Stück aufgebaut und zur Absicherung wurden auch die drei Flüsse in Kanälen befestigt und begradigt. Trotz der Baumaßnahmen kam es im Februar 2010 zu großen Schäden mit  Opfern durch starke Regenfälle.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte der europäischen Adel Madeira und somit Funchal, was Funchal einen Aufschwung bescherte. 1891 eröffnete der aus Schottland stammende William Reid das Luxushotel Reid’s Palace, das zu den Leading Hotels of the World gehört seit dieser Zeit wächst der Tourismus in der Stadt jährlich an. Funchal ist eine wunderschöne Stadt mit Hotels für jeden Geschmack und Geldbeutel, auf Essen kann man hier zu erschwinglichen Preisen – trotz Insel.
Zu den bekanntesten Personen aus Funchal gehören sicherlich die Fußballspieler Christiano Ronaldo und Artur de Sousa Pinga sowie der Komponist Pedro Camacho und der Künstler Henrique Franco.

Extra Tipp: in Funchal gibt es eine Tourist Info an der Flaniermeile, der Avenida Arriaga mit sehr kompetentem Personal, in der Regel sprechen sogar alle Deutsch…ein Besuch lohnt sich, hier bekommt man immer aktuelle Tipps – insbesondere zu den zahlreichen Veranstaltungen in Funchal.

Levadas

Die Levadas auf Madeira in dieser Form sind wohl einzigartig auf der Welt und müssen unbedingt erlebt werden. Levadas sind künstliche Wasserkanäle auf der Insel Madeira, mit denen das Wasser aus den niederschlagsreichen Regionen im Norden und im Zentrum der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird. Die Wasserwege wurden angelegt, um den Wasserüberschuss vom Norden in den trockeneren Süden zu transportieren. Eine Levada-Wanderung gehört zu jedem Madeira Besuch. Die Levadas sind ein altes, raffiniertes Bewässerungssystem in dem sich sogar Forellen befinden. In der regenarmen Zeit, von April bis Oktober, wird praktisch jedes Feld der Insel durch Levadas bewässert.  Heute werden die Levadas außer dem Transport des Wassers vor allem touristisch genutzt. Die beliebtesten Wanderwege sind die Pfade entlang den Levadas, die in einem ca. 2.000 km langen Netz die ganze Insel durchziehen.

Extra Tipp: eine Levada-Wanderung gehört zum Pflichtprogramm auf Madeira, jedoch nicht ohne Wanderführer – leider gibt es keine kostenlosen Karten in der Tourist Info. Wir empfehlen den Rother-Reiseführer 

Lorbeerwald

Der Laurisilva, Lorbeer- oder Laurazeenwald ist in dieser Form ebenfalls einzigartig auf Madeira. Seit dem Jahr 1999 gilt er als Weltnaturerbe der UNESCO. Dies bedeutet, dass dieses Naturschutzgebiet nicht nur zur Insel Madeira gehört sondern als biologisches Kulturgut gilt.

Der Lorbeerwald Laurisilva ist mit etwa 22 000 Hektar das größte Naturschutzgebiet, welches die meiste Vielfalt an Pflanzen und Tieren in Madeira hat.

Vor der Besiedlung der Insel bedeckte der Lorbeer die gesamte Höhenlage (zwischen 700 und 1200 m) der Insel. Heute wird er geschützt und insbesondere in den schwer zugänglichen Schluchten und an der Nordseite von Madeira sind die Wälder in einer Höhe von 300-1300 Meter zu finden.

Der Begriff Lorbeerwald ist ein Sammelbegriff, unter dem sich die typischen Pflanzen des Lorbeerwaldes befinden. Es sind ca. 20 Arten, u.a.  der Azorische Lorbeer, der Stinklorbeere, der Kanarische Lorbeer oder der Madeira-Mahagoni.

Es befinden sich aber auch eine Vielzahl an anderen Pflanzenarten auf Madeira wie z.B. der Folhado (Maiblumenbaum), Wacholder, die Madeira-Heidelbeere, die Stechpalme und natürlich jede Menge Farne und verschiedene Orchideen.

Extra Tipp: Einen Besuch im Lorbeerwald auf Madeira sollte man unbedingt einplanen. Er ist voller Gerüche und mystisch! Eben einzigartig auf dieser Welt! Jedoch nicht ohne Wanderführer – leider gibt es hier keine kostenlosen Wanderkarten in der Tourist Info. Wir empfehlen euch den Rother-Reiseführer mit erstklassigen Tipps und Routen.